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Wildarten im Gehege

DAMWILD

Damwild

In der zoologischen Systematik gehört das Damwild (Cervus dama) zur Familie der Hirsche (Cervidae) und wie der Rothirsch, Sika und Davidshirsch zur Unterfamilie der Echthirsche (Cervinae).

Herkunft und Verbreitung

Nach der letzten Eiszeit aus Europa verschwunden, wurde das Damwild im 2. Jahrhundert n.Chr. durch römische Legionen wieder in Europa eingeführt. Es wurde – wie später auch in Fürstenhöfen - als Frischfleischreserve in Gehegen gehalten. In die freie Wildbahn entkommene Tiere konnten sich vor allem in unseren Breiten nicht durchsetzen und wurden immer wieder dezimiert. Es bevorzugt parkähnliche Landschaften in gemäßigten Klimaten und meidet höhere Mittelgebirgslagen und das Hochgebirge.

Verhalten und Biologie

Damwild zeigt im Sozialverhalten einen starken Herdentrieb. Im Rudel herrscht eine strenge Rangordnung. Die kleinste Einheit besteht aus dem Alttier, dem Jährling und dem Kalb.

Damwild ist tagaktiv, besitzt eine erstaunliche Sehkraft und passt sich - als „Kulturfolger“ - an verschiedene Gehege- und Umweltbedingungen gut an. Sein Verhalten gegenüber dem Menschen hängt sehr stark von der Betreuung ab. Es gewöhnt sich schnell an den Menschen und wird mit zunehmendem Alter auch handzahm.

Ausgewachsene Damhirsche sollten lebend mindestens 75 kg, adulte, weibliche Tiere 40 bis 45 kg wiegen.

Damwild wird mit ca. 16 Monaten geschlechtsreif. Die Brunft beginnt standortsbedingt Mitte Oktober. Für 15 bis 20 adulte, weibliche Tiere wird ein Hirsch benötigt. Mindestens 1 schwächerer Zuchthirsch sollte gehalten werden.

Nach einer Tragzeit von ca. 230 Tagen werden die Kälber Juni/Juli gesetzt.

Literatur

Bogner; H.: „Damwild und Rotwild in landwirtschaftlichen Gehegen“, Verlag Paul Parey, Hamburg und Berlin;

Reinken, G.: „Damtierhaltung“, Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart;

Riemelmoser, R. und A.: „Dam- & Rotwild im Gehege - Anlage, Haltung, Vermarktung“, Leopold Stocker Verlag, amazon.de;

„Ratgeber Damwildhaltung“, Lehr- und Versuchsanstalt für Tierhaltung des Landes Sachsen – Anhalt; Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart; (beim Verband erhältlich)